Geschichtliches

Geschichte des Verbandes

(Anmerkung: Der Begriff „Bundesbrüder“ umfaßt auch Bundesschwestern.)

Die erste Verbindung, Unitas-Salia Bonn, wurde 1847 in Bonn von Theologiestudenten gegründet. Im Jahre 1855 gründeten Bonner Studenten, die nach Tübingen gewechselt waren, dort auch eine Verbindung, der sie auch den Namen Unitas gaben. Damit ist die Unitas der älteste noch existierende Studentenverband.

Im Laufe der Jahre wurden Vereine an fast allen Hochschulorten gegründet. 1887 öffnete sich die Unitas für Studenten aller Fakultäten. Zu Beginn des 1. Weltkrieges gab es fast 70 aktive Vereine zwischen Königsberg und Straßburg, Innsbruck und Hamburg, Breslau und Paris. Nach Kriegsende arbeiteten Unitarier aktiv beim Aufbau der neuen Republik mit - vor allem in der Zentrumspartei. Nach der Machtergreifung wurde die Unitas immer stärker bedrängt, bis sie schließlich 1938 als „staatsfeindliche Organisation“ verboten wurde. Schon 1947 konstituierte sich die Unitas wieder. Auch jetzt waren Unitarier aktiv am Aufbau der Bundesrepublik beteiligt - aber auch bei der Europäischen Einigung leisteten sie ihren Beitrag. So war zum Beispiel Robert Schuman, der französische Außenminister und Präsident des Europäischen Parlamentes, ebenfalls Unitarier.

Nach dem Krieg wuchs die Unitas wieder - an neuen Hochschulstandorten wurden 35 neue Vereine gegründet. In den 70er Jahren gab es im Gefolge der Studentenunruhen auch für die Unitas Probleme. Viele Vereine mußten wegen Mitgliedermangels geschlossen werden. Seit den 80er Jahren zeichnet sich aber ein Aufschwung ab.

Viele Unitas-Vereine haben eigene „Häuser“, in denen die Mitglieder wohnen und sich immer treffen können. Sie bieten auch günstige Übernachtungsmöglichkeiten für Bundesbrüder, die sich in der Stadt aufhalten - vorausgesetzt, man bringt seinen Schlafsack mit.

Seit Anfang der neunziger Jahre gibt es auch Studentinnenverbindungen im Unitas-Verband, die 1998 als Vollmitglieder aufgenommen wurden.

Geschichte der Unitas Rheinfranken

Die Unitas Rheinfranken wurde 1921 von Studenten in Köln und Aachen, die in Düsseldorf wohnten und täglich zur Universität fuhren, und Studenten der medizinischen Akademie in Düsseldorf gegründet. Allerdings mußte sie schon 1928 wieder suspendiert werden. 1957 konnte sie aber wiederbegründet werden. Seit den 60er Jahren ist Düsseldorf „echte“ Hochschulstadt, was auch der Unitas zugute gekommen ist. Höhepunkt ihrer Geschichte war die Generalversammlung 1998, die sie in Düsseldorf ausrichten durfte und die sehr gut gelungen ist.

Der Verband

Der Unitas-Verband ist ein sogenannter Einheitsverband, d. h. wenn ein Mitglied den Hochschulort wechselt, wird es automatisch Mitglied beim dortigen Verein mit allen Rechten und Pflichten. Alle Vereine haben die gleiche Satzung und den gleichen Aufbau sowie die gleichen Farben (auch wenn sie diese nicht tragen).

Tragende Säule der Unitas sind die Aktiven-Vereine, also die Zusammenschlüsse der noch Studierenden. Daneben gibt es die Altherrenverein (AHV), in denen die ehemaligen Aktiven organisiert sind. Als andere Organisationsform gibt es noch die Altherrenzirkel (AHZ), die die Alten Herrn nach Wohnort zusammenfassen, also regional gegliedert sind.

Als katholische Verbindungen sind alle Vereine der Unitas nicht-schlagend, d.h. sie fechten keine Mensuren. Ebenso tragen wir keine Farben, d.h. keine Bänder und Mützen. Unsere Farben kommen nur auf Fahnen und bei den Wichsen (=>Lexikon) zur Geltung.

Der Unitas-Verband ist als einziger Korporationsverband Mitglied im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Daneben ist der UV auch Mitglied der Katholischen Akademikerschaft Deutschlands (KAD), des Zentralkomitees Deutscher Katholiken (ZDK) und des Europäischen Kartellverbandes (EKV), der auch beim Europarat als Nichtregierungsorganisation anerkannt ist.

Die Verbundenheit mit anderen katholischen Verbänden bringt die Unitas auch durch einen Stand auf dem Katholikentag sowie die Teilnahme an Wallfahrten zum Ausdruck. Dabei kann sich jeder Unitarier einbringen und seinen ganz persönlichen Beitrag für den Verband leisten.

Der Unitas-Verband nimmt auch Verantwortung wahr im sozialen Bereich. Regelmäßig besteht ein soziales Projekt, das vom Verband und allen Bundesbrüdern gefördert wird. Nach der Wende hat die Unitas ein Haus im Kinder- und Jugenddorf Markkleeberg/ Leipzig finanziert. Danach wurde für das Kinderheim „Egypta“ in Sarajewo gesammelt. Im Moment sind wir beim Bau eines Jugendzentrums in Caracas/ Venezuela involviert.

Schon seit seiner Gründung war der Unitas-Verband nicht national ausgerichtet. Es gab zeitweise Vereine in Paris und Prag, und heute gibt es eine Verbindung in Karaganda. Die Internationalität des Unitas-Verbandes kann man bei vielen Verbandsveranstaltungen beobachten. Seit diesem Jahr gibt es auch einen Verein in Caracas/ Venezuela.

Aufbau des UV

Der höchste Vertreter des Unitas-Verbandes ist der Vorortspräsident (VOP). Er wird auf ein Jahr aus dem Vorort gewählt, einem Aktivenverein. Im Jahr 2004/05 war die Unitas Rheinfranken zu Düsseldorf mit dem VOP Rolf Berweiler Vorort.

Dem VOP stehen zwei Schriftführer und ein Vorortsausschuß mit einem geistlichen Beirat und mehreren Alten Herren zur Seite, die den VOP beraten.

Die Geschäfte des Verbandes werden von einem Verbandsgeschäftsführer (VGF) geleitet. Ihm stehen zwei Stellvertreter zur Seite. VGF ist zur Zeit Dieter Krüll aus Neuss. Er leitet auch die Geschäftsstelle des Verbandes, wobei er von einer Sekretärin unterstützt wird. Der VGF ist auch der gesetzliche Vorstand des e.V. nach außen.

Gewählt werden die Vorstandsmitglieder auf der Generalversammlung (GV), die in der Regel einmal jährlich in wechselnden Orten in der ganzen Bundesrepublik stattfindet. 1998 fand sie in Düsseldorf statt, 1999 in Osnabrück, 2000 in Würzburg, 2001 in Berlin, 2002 in Münster, 2003 in Mannheim, 2004 in Hamburg, 2005 in Bonn, 2006 in Neuss, 2007 in Trier, 2008 in Köln, 2009 in Marburg. In diesem Jahr werden wir uns in Nürnberg versammeln. 2011 dürfen die Düsseldorfer im 90. Jahr ihres Bestehens die GV ausrichten..

Die GV ist das höchste Organ des Verbandes. Jeder Verein der Unitas, egal ob Aktiven- oder Altherrenverein, hat eine Stimme. Er wird im Normalfall durch seinen Vorsitzenden vertreten.

Die GV ist zuständig für Satzungsänderungen, Ehrungen, vor allem aber für die Beratung über und die Verabschiedung von Resolutionen und des Haushaltes.

Für in Not geratene Bundesbrüder gibt es die Unitarische Unterstützungskasse, die sich von den Beiträgen aller Unitarier finanziert.

Für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der katholischen Soziallehre verleiht der Unitas-Verband den Heinrich-Pesch-Preis, benannt nach dem Begründer des Solidarismus und einem der ersten großen Systematiker der Christlichen Gesellschaftslehre, der auch Unitarier war.